1993: Brand der Kapellbrücke – und die Folgen

In der Nacht vom 17. zum 18. August 1993 brannte die Kapellbrücke, die damals älteste Holzbrücke Europas. 110 Bilder hingen vor diesem Brand in den Giebeln der Kapellbrücke. Am Morgen des 18. August 1993 konnten die Überreste von 47 Bildern auf der Brücke geborgen werden. 30 Bilder liessen sich schliesslich im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 restaurieren. Sie hängen heute wieder in den Giebeln beider Brückenköpfe.

Der Brand der Brücke – Die ersten Minuten
Auszug aus dem Feuerwehr-Einsatzbericht

Am 18. August 1993 um 0.50 Uhr ging über die Gesamtschweizerische Notrufnummer ”118” der Anruf einer Touristin bei der ständig besetzten Zentrale der Stadtpolizei Luzern ein, dass unter der Kapellbrücke ein Boot brenne. Sekunden später schrie die Frau ins Telefon:“Und jetzt brennt auch die Brücke!“

(Anhand späterer Zeugenaussagen konnte jedoch bewiesen werden, dass der Brand erst auf der Brücke ausbrach, und dann auf das Boot übergriff. Anm. S.M.)

Innerhalb der nächsten vier Minuten nach Eingang der Meldung verständigt die Zentrale die diensthabenden Pikettoffiziere der Freiwilligen Feuerwehr Luzern (Stabsoffizier Ruedi Distel, Hauptmann Dieter Hüsler), zusätzlich werden die Schleifen 200 (Pikettgruppe mit 13 Mann: darunter 2 Maschinisten, 3 Atemschutzträger) und 220 (Pikettgruppe mit 30 Mann, Atemschutzträger und Maschinisten) alarmiert.
Vom sofort nach dem eingehenden Notruf ausgerückten Tanklöschfahrzeug des Polizeipiketts (Besatzung 5 Mann, 2 Mann Patrouille) kommt um 0.53 Uhr die Rückmeldung:“Brücke brennt auf zehn Metern Länge!“
Daraufhin erweitert der Pikettoffizier die Alarmierung auf die gesamte zweite Kompanie der FF Luzern (gesamt 130 Mann, Telefonalarm). Dazu werden über die Schleife 221 (Meldeempfänger) weitere 50 Feuerwehrangehörige alarmiert.

Insgesamt sechs Stunden dauerte der Einsatz der Feuerwehr, der Brand selbst war ab 01.15 unter Kontrolle. Weitere elf Stunden lang erfolgte die nachgehende Brandwache, bei der eine Gruppe von zehn Feuerwehrangehörigen immer wieder kleinere Feuer löschen mussten.

(Feuerwehr Magazin/Nr.10 Oktober 93).
Mit freundlicher Genehmigung der Feuerwehr der Stadt Luzern

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